Dr. phil. Dirck Linck
Literaturwissenschaftler

“Man konnte draufkommen, daß das wichtigste Tier auf der Welt die Giraffe war. Daß all das, was die Menschen die ganze Zeit falsch gemacht hatten, und was sie weiterhin falsch machen würden, schon klar, wer hätte es ihnen verwehren oder gar ausreden sollen, nur deshalb falsch gemacht worden war, weil es keine Tradition bei den Menschen gab, sich Giraffen als Haustiere zu halten. Die Großzügigkeit, die eine richtige Hege und Pflege von Giraffen zwangsläufig fordert und lehrt, wäre es gewesen: die Eigenschaft, die die Menschen gut machen würde.”
Dietmar Dath

Veröffentlichungen u.a.

Abfälle: Stoff- und Materialpräsentation in der deutschen Pop-Literatur der 60er Jahre. Bei Amazon bestellen.
Weitere Veröffentlichungen.

Zum Werk Hubert Fichtes

1957_cover_978-3-03734-448-4_recto_8434

Bei Diaphanes erschienen: Die Dokumentation der Tagung “Hubert Fichtes Medien” an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Weitere Informationen hier

Tags: , , , , , , , ,

 

„Man weiß eben nichts Genaues.“ Über Ungewissheit bei Hubert Fichte

Konferenz im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 626
„Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“

sfb626_tagung_man_weiss_eben_nichts_genaues_bild2

29. & 30. November 2013
Ort: Literaturwerkstatt Berlin, Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei)

Organisation: Dirck Linck

Hubert Fichte scheint so etwas wie hermeneutische Verzweiflung nicht zu kennen. Sein Werk verdankt sich im Gegenteil den im Werk reflektierten Emotionen des Staunens und der Neugier, die sich an Phänomenen entzünden, welche das Wissen irritieren und Aufmerksamkeit erregen, gerade weil über sie keine Gewissheit, kein definitives Für-Wahr-Halten erlangbar zu sein scheint.
Solche stets mit Urteilsfragen verschlungenen lustvollen Emotionen z.B. sollen im Rahmen der Tagung diskutiert werden. Welchen Status haben das Staunen und die Neugier bei Fichte? Welche Konzepte von Wissenschaft, Erkenntnis und Literatur sind mit diesen Leidenschaften verknüpft? Und wie kommen sie poetologisch zur Geltung?
Zum anderen soll es darum gehen, das entstandene multimediale Werk selbst unter dem Aspekt der Ungewissheit zu betrachten. Wie erscheint Ungewissheit auf der Szene des Textes? Wie verhält das queere Werk sich zu jenem die Regeln vorschreibenden „Gesetz der Gattung“, das Derrida in problematisch festen Überzeugungen begründet sah, bestimmte Eigenschaften könnten Genders und Genres dauerhaft definieren? Welche Überzeugungen können wir von diesem Werk haben, das unsere Gewissheiten darüber, was Dokumentarismus, was Fiktion ist, planvoll irritiert? Und was tritt bei Fichte an die Stelle dessen, was man „genau wissen“ kann?

Programm

Freitag, 29. November 2013

10.00-10.30 Dirck Linck: Begrüßung

10.30-11.30 Volker Woltersdorff: „Ich bin fiftyfifty.“ Ungewissheit und die Explosion sexueller Identität im Versuch über die Pubertät

11.30-12.30 Karin Krauthausen: Wissenschaft und Wahn. Überlegungen im Ausgang von Fichtes ethnomedizinischen und ethnopsychiatrischen Schriften

14.00-15.00 Stephan Kammer: Hubert Fichtes Barock

15.00-16.00 Manfred Weinberg: „Fäden, viele Fäden.“
Ungewisse Vermischungen in Eine glückliche Liebe

16.30-17.30 Michael Lüthy: ,Flecken‘. Zur Poetik von Cézannes späten Gemälden

17.30-18.30 Hans-Jürgen Heinrichs: Zur Aktualität der Ethnopoesie. Und: Erinnerung an eine Freundschaft und Zusammenarbeit mit Hubert Fichte

20.00 Abendveranstaltung: Thomas Meinecke liest aus seinem Roman Lookalikes

Samstag, 30. November 2013

10.00-11.00 Eckhard Schumacher: Die Ambivalenz des Ungewissen. Über Genauigkeit bei Hubert Fichte

11.00-12.00 Jan-Frederik Bandel: Monsieur Ouine. Politik und Ästhetik bei Hubert Fichte

12.30-13.30 Till Greite: Wer spricht wie bei Hubert Fichte?

15.00-16.00 Mario Fuhse: „Das Experiment ist mein Lebenssinn.“ Dichtung und Wahrheit – Hubert Fichte und die Olo

16.00-17.00 Robert Gillett: Wissenschaft – Ketzertum – Empfindlichkeit. Perverse Epistemologie bei Hubert Fichte

17.30-18.30 Gerd Schäfer: Intuitives Erfassen versus logisches Denken, oder:
Hubert Fichte als Wiedergänger der Vorsokratiker

Eine Tagung des Teilprojekts B9 „Poetiken des Unwahrscheinlichen“ (Joseph Vogl, Dirck Linck, Mark Potocnik)

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Finanziert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Kontakt: www.sfb626.de, sfb626@zedat.fu-berlin.de, tel. 030-838-57400

plakat
flyer

Tags: , , , , , , , , , ,

 

Neu erschienen

praesenscover

Inhalt

Tags: , , , ,

 

1. Radiofeaturesymposion an der Eider

1. Radiofeaturesymposion an der Eider

»Etwas ist da, unüberhörbar, eigensinnig, was jenseits der Bedeutung der Wörter liegt.«

10.-12. Dezember 2010

Leitung: Michael Lissek

Das Feature ist die letzte Phantasmagorie, die sich die öffentlichrechtlichen Anstalten leisten. Jährlich werden im Auftrag der ARD hunderte von Features produziert. Fragt man jedoch einen der Feature-Akteure, was das sei, das Feature, wird es still. In einem nur istman sich einig: Irgendetwas hat das Feature mit Kunst zu tun und irgendetwas mit Journalismus. Das Feature sei eine »künstlerisch gestaltete Dokumentation«, heißt es. Aber wo steckt sie: die Kunst? Und was wird hier dokumentiert und mit welchen Mitteln? Das Feature »als solches« existiert nicht. Seine Formen sind zu vielfältig, und sie erstrecken sich von der Klangcollage zum qua Regie zum Klingen gebrachten AutorInnentext. Und der Versuch, das Feature über seine Inhalte zu fassen, scheitert gänzlich: Das Leben der Hyäne & das Sterben der Hühner, ein vergessener elsässischer Dichter, eine Wanderung über die Alpen, die Kurfürstenstraße in Berlin, Karaokesänger ebendort, Tupperparties im Rheinland und Schönheitsoperationen in Los Angeles: Nein, Themenauflistungen helfen nicht weiter, dem Feature näher zu kommen. Bisher haben auch nur wenige versucht, sich dem Feature schreibend zu nähern. Der bisherige, rudimentäre Featurediskurs ist ein pragmatischer, der Fragen nach Mikrofonposition und dem richtigen Aufnahmemedium zu klären versucht. Die »Lesbarkeit« des Features, seine Materialität und Rhetorik bleiben unbehandelt.

Das 1. Radiofeaturesymposion an der Eider möchte dem Abhilfe schaffen. Keine repressiven Definitionen (er)finden, wohl aber den (medien- oder literaturwissenschaftlichen, semiologischen, auch historischen) Diskurs zu einem unerkannten, akustisch-literarischen Genre anstoßen. Weil das Feature etwas sagt, was nur das Feature sagen kann. Durch seine genuinen Verfahrensweisen (der Montage von Geräuschen, O-Tönen und Musiken) schreibt es dem Radio etwasein, das zwischen Information und Narration, zwischen Wahrheit und Schönheit schwebt. Im Kontext des Features wird selbst die eindeutigste Aussage vieldeutig. »Etwas ist da, unüberhörbar, eigensinnig, was jenseits der Bedeutung der Wörter liegt…« (Roland Barthes)
Das Feature: Eine Phantasmagorie?

Tags: , , , , , , ,