Dr. phil. Dirck Linck
Literaturwissenschaftler

“Man konnte draufkommen, daß das wichtigste Tier auf der Welt die Giraffe war. Daß all das, was die Menschen die ganze Zeit falsch gemacht hatten, und was sie weiterhin falsch machen würden, schon klar, wer hätte es ihnen verwehren oder gar ausreden sollen, nur deshalb falsch gemacht worden war, weil es keine Tradition bei den Menschen gab, sich Giraffen als Haustiere zu halten. Die Großzügigkeit, die eine richtige Hege und Pflege von Giraffen zwangsläufig fordert und lehrt, wäre es gewesen: die Eigenschaft, die die Menschen gut machen würde.”
Dietmar Dath

Veröffentlichungen u.a.

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Weitere Veröffentlichungen.

Was den anderen auffällt

“Swedish girls are the most sought-after of all girls, not because of their supposed beauty and blondness but because of the maternal nature of their nation’s welfare state. This has an enormous psychic impact on infantilized man’s desire for security which, due to barren self-awareness, is displaced as imagined carnal longing.
Their country’s neutrality and its wealth also make them very hot. And their nonchalance about sex, born of Lutheran frigidity combined with an early immersion in clinical pornography, makes them seem nonthreatening.
The Swedish girls in London’s free labor pool create a snare for other Europeans looking for Swedish girls. A domino effect has resulted in a city lousy with the most licentious scam artists Europe can vomit forth, making it a vibrant capitalist locus. The Swedish girls have made London the indisputable center of Europe, which former contenders Rome, Berlin, and Paris left far behind.”

(Ian Svenonius, The Psychic Soviet, Chicago 2006)

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Heute mal

Panizza nachdenken, da sich seine Verurteilung jährt.
“Wenn jemand denkt und darf seine Gedanken nicht mehr Anderen mitteilen, das ist die grässlichste aller Foltern. - Dass andere das nachdenken, was du vorgedacht hast, dieses reinste Entzücken, dieser Tropfen Lust, der Fässer voll Bitterkeit geniessbar macht, ist das so schwer zu begreifen?! - Also das ist Numero eins! - Dann - muss hier die Ventilation besser werden.”

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Ein anderer Anfang

“Warum ist es so schwer, etwas Genaues über Ayşe zu sagen?”
(Romanbeginn für reiche Leute)

 

Ein Anfang

“My mother used to whip me with a wooden coat-hanger or with her hand, which I liked better, because it meant that she got some of the sting, too.”
(aus der Rubrik: “Wie man einen Roman eröffnet”)

 

An entlegenem Ort

Im Doppelheft 11/12 (1968) der Zeitschrift “Pro. blätter für neue Literatur” finden sich drei Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann, die es nicht in die einzelnen Sammlungen und in “Standphotos” geschafft haben.
Da diese Nummer der Zeitschrift dem Thema “Pop” gewidmet ist, darf man Brinkmanns Entscheidung, seine Gedichte in diesem Kontext zu präsentieren, als weiteren Beleg für sein damals noch entspanntes Verhältnis zum Pop-Phänomen nehmen.
Neben “Bild von Gary Cooper nach Samuel Goldwin” und “Einverstandensein, Berühren” bringt “Pro” ein schönes kurzes Gedicht, das einen Augenblick des Alltags einfriert und das dabei entstehende gerahmte Bild zum Gegenstand der Reflexion macht:

5 Leute = 5 Teller

Suppe, einfacher geht
es nicht. Das Bild steht
still. Und ich bin

einer von diesen
fünf Leuten mit
einem Teller Suppe

vor mir auf dem Tisch
wie sieht das von
draußen aus? Ich weiß

es nicht, ich bin nicht
draußen. Aber manchmal
nicht oft, sehe ich von

draußen in einem
Restaurant fünf Leute
an einem Tisch sitzen

mit fünf Tellern Suppe
vor sich, und das Bild
steht völlig still.

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